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Wildtiere – Bambi und Co. benötigen nicht immer Hilfe

Es ist Frühling geworden, die wunderbare Ruhe in Wald und Feld laden zu Spaziergängen ein. Nur das leise Zwitschern der Vögel und ab und zu ein Rascheln im Gehölz sind zu hören. Doch wer ist das? Etwas kleines, Braunes lugt im Feld hervor. Es ist ein kleines, scheinbar hilfloses Rehkitz das zwischen den Gräsern liegt. Jedoch trügt der Schein. Es ist keinesfalls hilfsbedürftig, denn die Rehmutter (Ricke)ist  ganz in der Nähe. Verschreckt durch die Menschen traut sie sich nicht in die Nähe ihres Kitzes, als sie von der Futtersuche zurückkommt. Erst wenn kein Mensch mehr weit und breit zu hören ist, kehrt sie zu ihrem Kitz zurück. Gut versteckt verweilt das Rehkitz im Feld um vor Feinden geschützt zu sein. Deshalb ist es sehr wichtig, diese Tiere in Ruhe zu lassen und auf keinen Fall näher heran zu gehen.

Weiter geht die Reise durch die Felder, doch was ist das? Ein kleiner, scheinbar hilfloser, leicht gefiederter Vogel sitzt am Wegesrand, dicht an einer Hecke. Er piepst und reißt den Schnabel weit auf…am Himmel kreisen 2 Vögel umher, es scheinen die Elterntiere zu sein. Sie sind auf der Futterjagd und müssen in der Zeit ihren Nachwuchs allein lassen. Gut getarnt unter einer Hecke sind Jungvögel vor Feinden geschützt. Auch die ersten Flugversuche hat der kleine schon hinter sich. Etwas wackelig und unrund, aber er schafft schon einige Meter zurück zu legen. Er kennt viele Gefahren noch nicht und traut sich meistens viel näher an Menschen heran als seine Eltern. Auch wenn es für uns oft so aussieht, dass die kleinen unsere Hilfe benötigen – meistens sind sie bester Gesundheit und warten einfach nur auf ihre Eltern, die sie bestens versorgen.

Sollte ein Tier verletzt sein, so ist es natürlich unsere Pflicht dies zu melden. Hier stehen die örtlichen Tierschutzvereine mit Rat und Tat zur Seite. Da Wildtiere nicht einfach aus der Natur mitgenommen werden dürfen, bitte immer erst nach Rücksprache handeln. Viele Wildtiere unterliegen dem Jagdrecht und der regional zuständige Jagdpächter muss informiert werden.  

Oft werden bei uns im Tierheim verletzte Vögel oder Eichhörnchen abgegeben. Diese benötigen intensive Pflege und die Aufzucht ist alles andere als einfach. Ist das Tier noch sehr jung, sind Fütterungen alle 2 Stunden nötig – auch nachts. Hier ist es enorm wichtig, den Kontakt zwischen Mensch und Tier so gering wie möglich zu halten, denn die Tiere müssen unbedingt wieder in die Natur zurück und sollten ihre Instinkte wahren. Hierzu gehört auch ihre Scheu dem Menschen gegenüber.

Nun sind vermutlich einige Wochen vergangen und  der Schönste Moment für uns rückt näher – denn wenn das Kleine gesund ist und alleine zu Recht kommt, wird es wieder in die Natur zurück gebracht.