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Infos zur Haltung von Staff und Co.

Infos zur Haltung von Staff und Co.

   

Sie haben sich im Internet in einen unserer Schützlinge verliebt, der, laut Gesetz zu den so genannten "Anlagehunden" zählt und möchten ihn nun adoptieren? Um Ihren Liebling glücklich ins Auto packen zu können, um mit ihm in eine gemeinsame Zukunft zu starten, müssen leider einige gesetzlichen Hürden gemeistert werden.

Aufgrund des Landeshundegesetzes sind bestimmte Unterlagen bzw. Prüfungen vorgeschrieben, um solch einen Hund bei sich aufnehmen zu können.

Einverständniserkärung des Vermieters

Falls Sie zur Miete wohnen, benötigen Sie die schriftliche Genehmigung des Vermieters, dass er ausdrücklich einen Hund der dazugehörigen Rassen duldet. Dies sollten Sie vorab klären, da Sie ansonsten erst eine neue Bleibe suchen sollten, bevor Sie die weiteren Schritte in Angriff nehmen.

Der Sachkundenachweis

Um überhaupt mit Ihrem Auserwählten spazieren gehen zu können, benötigen Sie den Sachkundenachweis. Hierbei handelt es sich um eine Art "Hundeführerschein". Wie beim Autoführerschein müssen knapp 40 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden. Hier soll geprüft werden, ob der zukünftige Besitzer über ausreichenden Hundeverstand verfügt. Die Fragen können Sie hier herunterladen und lost geht es mit dem Üben. Den Test legen Sie beim Veterinäramt der zuständigen Gemeinde ab. Die Prüfungsgebühr beträgt 25 Euro.

Polizeiliches Führungszeugnis

Da der Gesetzgeber nur unbescholtenen Bürgern einen Kampfschmuser anvertrauen möchte, benötigen Sie noch ein polizeiliches Führungszeugnis, welches Sie bei Ihrem zuständigen Einwohnermeldeamt für 13 Euro beantragen können.

Haltungserlaubnis

Der nächste Schritt führt Sie zu ihrem örtlichen Ordnungsamt, welches Ihnen noch eine Haltungsgenehmigung erteilen muss, bevor Ihr Liebling bei Ihnen einziehen darf. Dafür vereinbaren Sie einen Termin mit dem Ordnungsamt, welches dann eine Begehung der Wohnung oder des Hauses bzw. Garten vornimmt. Danach erteilt dann das Ordnungsamt dem Halter des Hundes die Haltungserlaubnis, die z.B. bei der Stadt Aachen 90 Euro kostet.

Hundehalterhaftpflichtversicherung

Um eventuell auftretende Schäden an Dritten abzusichern, gibt es bei sämtlichen Versicherungsgesellschaften eine derartige Versicherung. Bei Listenhunden ist der Abschluss dieser Versicherung gesetzlich vorgeschrieben (Personen- und Sachschäden 500.000 Euro und für Vermögensschäden 250.000 Euro). Ein Preisvergleich vor der Unterschrift lohnt sich hier, da es einige Versicherungen gibt, die vorurteilsfrei keine besonderen Zulagen verlangen. Die Jahresbeiträge liegen zwischen 70 und 150 Euro.

Geschafft...

Wenn Sie hier angekommen sind, schließen Sie einen Tieraufnahmevertrag mit dem Tierheim ab und legen diesen mit Daten des Hundes (Rasse, Chipnummer, usw.), Impfpass, Sachkundenachweis, polizeiliches Führungszeugnis und einer Bescheinigung über eine abgeschlossene Hundehaftpflichtversicherung, dem Ordnungsamt vor, um den Hund anzumelden.

Mit der Anmeldung wird Ihr Hund steuerpflichtig. Eine Übersicht der aktuellen Hundesteuersätze finden Sie hier. Diese wird, je nach Gemeinde, auf das Normalmaß reduziert, wenn Sie mit Ihrem Hund den Wesenstest absolvieren.

Der Wesenstest

Der Wesenstest befreit Sie nicht nur von der überhöhten Kampfhundsteuer, sondern auch Ihren Hund vom Tragen eines Maulkorbes oder sogar der Leine, denn bei diesem Test wird geprüft, ob der Hund gelassen jede Alltagssituation meistert (passieren von Joggern, Radlern, spielenden Kindern, anderen Hunden) und auch in stressigen Situationen gelassen bleibt.

Die Prüfenden setzen sich in der Regel aus Amtsveterinären, Mitarbeitern des Ordnungsamtes sowie unabhängigen Tierärzten bzw. Hundeausbildern zusammen, die dem Halter nach dem erfolgreichen Test eine Bescheinigung über die Maulkorb bzw. Leinenbefreiung ausstellt.

Sämtliche Tierheimhunde, die maulkorbpflichtig sind, besuchen mit ihren Stammpaten, die tierheimeigene Hundeschule, wo sie auf den Test vorbereitet werden. Da die Prüfung halterbezogen ist, muss der zukünftige Besitzer diesen Test jedoch widerholen, was jedoch kein Problem ist, da der Hund die ganzen Übungen schon kennt.

Herzlichen Glückwunsch, nun steht Ihrem gemeinsamen Glück nichts mehr im Wege! Aus der Erfahrung vieler Staff- und Rottibesitzer lohnt sich der Aufwand allemal, denn die meist langjährigen Tierheiminsassen, zeigen sich lebenslänglich dankbar dafür!!