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Zirkustiere

 

Zirkustiere

  

Über 350 Zirkusunternehmen vom kleinen Familienzirkus bis hin zum professionellen Showunternehmen, kämpfen in Deutschland um die Gunst des Publikums. Wildtiere, wie Elefanten, Affen, Bären und Löwen sollen die Kassen füllen.

Doch hinter den bunten Zirkuskulissen fristen die Tiere einen tristen Alltag. Sie werden auf engstem Raum gefangen gehalten, können ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht annähernd ausleben. Was ihr Leben in Freiheit ausmacht, ist ihnen genommen. Sie können nicht klettern, nicht schwimmen, nicht rennen - sind gefangen zwischen dicken Eisenstäben oder mit schweren Ketten gefesselt. Monotonie und Langeweile lässt viele von ihnen krank werden.

Sie leiden an nicht übersehbaren Verhaltensstörungen: Tiger beschreiten Stunde um Stunde den immer gleichen Kreis, Elefanten wiegen ihren schweren Körper in einer endlosen Schaukelbewegung hin und her. Auch die Dressur der Tiere ist alles andere als verhaltensgerecht: Bären müssen auf Bällen laufen, Elefanten auf dem Kopf stehen, Affen auf Pferden reiten und Tiger durch brennende Reifen springen. Elektroschocker, spitze Eisenhaken und manches Mal auch Pharmazeutika werden als Dressurhilfen eingesetzt.

Die Leitlinie für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen lässt es immer noch zu, Elefanten in der Vorbereitungszeit zu Proben oder Vorstellungen, zum Durchführung von Pflegemaßen und über die ganze Nacht anzuketten. Hinzu kommen in der Praxis Auf- und Abbauzeit des Zirkus und die Transporte. Elefantenschützer kamen bei einer Hochrechnung zu der Erkenntnis, dass Zirkuselefanten 298 Tage im Jahr in Ketten stehen. Dabei haben Wissenschaftler schon vor Jahren festgestellt, dass Elefanten aufgrund ihrer biologischen Charakteristik und ihres ausgeprägten Sozialverhaltens in einem Zirkus nicht tiergerecht gehalten werden können und dass eine artgerechte Haltung von Wildtieren in Zirkusunternehmen grundsätzlich nicht möglich ist!

Zum Glück widerlegen sich die Zirkusunternehmen selbst, wenn sie versuchen, die Haltung von Wildtieren zu rechtfertigen: Alle Manegen-Kunststücke entstammen dem natürlichen Verhaltensrepertoire der Tiere. Na klar, Elefanten setzen sich in freier Wildbahn andauernd auf die Hinterbeine und machen Männchen! Es gehört selbstverständlich auch zu ihrem ureignen Verhalten, eine Polonaise mit den Vorderbeinen auf dem Rücken des vorderen Tiers zu veranstalten, leben ja schließlich im geschlossenen Sozialverband. Soweit ich weiß, gehört auch der Handstand auf deinem Vorderbein zum natürlichen Imponiergehabe der Elefanten. Oder sollte ich mich etwa irren? Löwen, Tiger, Leoparden springen durch Feuerreifen und übereinander, sie lieben den Nervenkitzel! Schade eigentlich, dass in der Natur so wenig Feuerreifen herumhängen! Oder vielleicht doch nicht? Fahren Bären und Schimpansen nicht vielleicht doch insgeheim gern Fahrrad, wenn sie in ihrem natürlichen Lebensraum irgendwo eins rumliegen sehen?

Aber jetzt mal Scherz beiseite. Die obige Behauptung ist eine freche Lüge. Hiermit die teilweise grotesken Dressuren der Zirkustiere rechtfertigen zu wollen, grenzt in meinen Augen an Volksverdummung erster Güte. Und von einem Verhaltensrepertoire zu sprechen ist ein Widerspruch in sich. Ein Repertoire ist ein Verzeichnis der von einem Bühnenkünstler oder Musiker gespielten Rollen bzw. Partien. Wie kann ein natürliches Verhalten gleichzeitig eine gespielte Rolle sein? Muss ich das verstehen?

In einer Zeit, in der die in freier Wildbahn lebenden Exoten immer mehr aus ihrer natürlichen Umgebung verdrängt werden, ist es für uns eine Verpflichtung, ihnen Lebensraum bei uns zu geben. Falsch! Es sollte für uns eine Verpflichtung sein, ihnen ihren natürlichen Lebensraum zu erhalten, oder alternativen natürlichen Lebensraum zu schaffen, und damit meine ich wahrhaftig nicht den Pseudo-Lebensraum in Zoos oder Zirkussen! So wurde z. B. in den 50er Jahren die Ausrottung des sibirischen Tigers nur durch den exakten Zuchtplan des Dr. Schneider vom Leipziger Zoo verhindert. Und bald wird es auch dringend notwendig sein, Elefanten in Zirkussen und Zoos zu züchten.

Eine bodenlose Frechheit, sich als Rechtfertigung für in Ketten lebende Elefanten, die zu entwürdigenden Kunststücken getrieben werden, das Deckmäntelchen der Arterhaltung überzuwerfen!

Indem man Jungtiere von klein auf an das angebotene Zuhause gewöhnt, war und ist es möglich, Wildtiere zu domestizieren und in menschlicher Obhut zu halten. Ich übersetze mal kurz: Weil die armen Kreaturen es nicht anders kennen, dürfen wir uns über eine art- bzw. tiergerechte Haltung mit ruhigem Gewissen hinwegsetzen.

Soviel zur Glaubwürdigkeit der Zirkusleute. Das Fazit des Ganzen macht klar, dass die Zirkusleitlinien als Instrumentarium zum Vollzug des Tierschutzrechts im Zirkus nicht reicht! Unter den Bedingungen eines reisenden Unternehmens lassen sich Wildtiere nicht artgerecht halten. Daher kann nur ein so genanntes Nachstellverbot, also das Verbot neue Tiere für Zirkusse zu kaufen oder zu züchten, die bestehenden Probleme von Wildtieren im Zirkus lösen.

"Welch ein Maß an Leiden und brutaler Behandlung müssen die armen Kreaturen erdulden, um dem gefühl- und gedankenlosen Menschen einige Augenblicke der Freude zu bereiten?! (Albert Schweitzer)

Bitte helfen Sie mit: Besuchen Sie keinen Zirkus mit Wildtierhaltung! Schreiben Sie an die verantwortliche Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) und fordern Sie sie auf, die Wildtierhaltung im Zirkus zu verbieten!

Bundesministerin Ilse Aigner

Wilhelmstr. 54

10117 Berlin

Auf der Webseite des Ministeriums unter "Kontakt" kann man auch eine E - Mail schreiben : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.